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Feld in der Dämmerung

Foto: pixabay.com/de/users/Security-535773/

 

Manche Nacht

Wenn die Felder sich verdunkeln,
fühl' ich, wird mein Auge heller,
schon versucht ein Stern zu funkeln
und die Grillen klingen schneller,

jeder Laut wird bilderreicher,
das Gewohnte sonderbarer,
hinterm Wald der Himmel bleicher,
jeder Wipfel hebt sich klarer,

und du merkst es nicht im Schreiten,
wie das Licht verhundertfältigt
sich entringt den Dunkelheiten,
plötzlich stehst du überwältigt.

Richard Fedor Leopol Dehmel
(1863 - 1920)

dt. Dichter, Lyriker, Dramatiker und Kinderbuchautor

Quelle: Dehmel, Gedichte. Erstdruck 1896

 

Weltkugel mit Tag-Nacht-Grenze Foto: https://pixabay.com/de/users/qimono-1962238

 

Friedlich bekämpfen
Nacht sich und Tag:
Wie das zu dämpfen,
Wie das zu lösen vermag.

 Der mich bedrückte,
Schläfst du schon, Schmerz?
Was mich beglückte
Sage, was war's doch, mein Herz?

 Freude wie Kummer,
Fühl ich, zerrann,
Aber den Schlummer
Führten sie leise heran.

 Und im Entschweben,
Immer empor,
Kommt mir das Leben
Ganz wie ein Schlummerlied vor.

 

 Christian Friedrich Hebbel
(1813 - 1863)

Deutscher Dramatiker und Lyriker

Mondstadien

 Foto: https://pixabay.com/de/users/Lee_seonghak-1827243

 

Wiegenlied

Singet, leise, leise, leise,
Singt ein flüsternd Wiegenlied,
Von dem Monde lernt die Weise,
Der so still am Himmel zieht.

Singt ein Lied so süß gelinde,
Wie die Quellen auf den Kieseln,
Wie die Bienen um die Linde
Summen, murmeln, flüstern, rieseln.

 

Clemens von Brentano
(1778 - 1842)

Deutscher Lyriker und Erzähler

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