NaturStein
Rio Negro Blauschwarz – dunkler brasilianischer Schiefer

SCHIEFERLEXIKON

Schieferarten von A bis Z.

Neun Schiefer im Porträt: Gesteinskunde, technische Angaben, Abbaugebiete und Einsatzerfahrung.

ÜBERBLICK

So verschieden sind die Steine, die alle „Schiefer“ heißen.

Mit unserem Schieferlexikon möchten wir einen Überblick über die Schiefer geben, die in Deutschland als Schieferplatten oder als Zuschnitte für Arbeitsplatten und Treppen verwendet werden.

Schnell wird deutlich, wie verschieden die Steine sind, die alle unter dem Oberbegriff „Schiefer“ geführt werden. Die Gesteinskunde benennt sie deshalb mit ihrem „Familiennamen“ – etwa Tonschiefer oder Phyllit. So wissen auch fachfremde Leserinnen und Leser gleich, mit welchem Stein sie es zu tun haben.

Wir richten uns weniger an Mineralienfreunde als an alle, die den passenden Schiefer für ihr Zuhause suchen: Wir stellen die möglichen neuen „Hausgenossen“ vor und erläutern ihre Vor- und Nachteile.

Die zusammengestellten Angaben stammen aus der Fachliteratur und von den Herstellern. Es handelt sich nicht um garantierte Eigenschaften. Verbindliche Zusagen geben wir ausschließlich für Materialien, die über uns bezogen werden. Bei Fragen zu einzelnen Schiefern sprechen Sie uns gerne an.

Deutschland · Schmallenberg-Bad Fredeburg (NRW)

Fredeburger Schiefer

Gesteinsart: Schwarzer Tonschiefer

Synonyme: Fredeburg, Fredeburger Tonschiefer, Sauerland-Schiefer

Rohdichte (DIN 52 102)
2,77–2,85 kg/dm³
Biegezugfestigkeit (DIN 52 112)
43–55 N/mm²
Wasseraufnahme (DIN 52 103)
0,60–0,62 Gew.-%
Wärmeleitfähigkeit
1,7–2,0 W/(mK)

Einsatzgebiete: Dekorstein, Schieferplatten für Wand und Boden, Dachschiefer; auch großformatige Werkstücke wie Küchenarbeitsplatten und Treppen möglich.

Geschichte des Fredeburger Schiefers

Der Abbau begann 1859 in der Grube Magog, in einer Tiefe von 200 Metern, erschlossen über einen 1.000 Meter langen Stollen. Bereits 1851 war bei Ausschachtungsarbeiten für einen Bierkeller ein ergiebiges Vorkommen entdeckt worden – daher der Name der Grube. 1970 wurde die Grube „Bierkeller“ in das Unternehmen Magog eingegliedert, 1990 die Grube Felicitas, die inzwischen stillgelegt ist.

Das Verbundwerk Magog-Gomer-Bierkeller

Nach der Schließung der Grube Felicitas umfasst das Verbundwerk die Gruben Magog, Gomer und Bierkeller. Sie erstrecken sich über rund 1.000 Meter und werden durch zwei Schrägschächte erschlossen: Der alte Schacht Magog dient als Wetterschacht, der Schacht Gomer als Förderschacht, an den der Abbau der dritten Sohle in etwa 100 Metern Tiefe angeschlossen ist. Es ist die letzte aktive Schiefergrube in Nordrhein-Westfalen – von einstmals über 100 Gruben.

Im Bergwerk lassen sich bis zu sechs Dachschieferlager ausmachen: ein rund 30 Meter mächtiges nördliches und ein etwa 14 Meter mächtiges südliches Lager, getrennt durch härteren Tonstein und Sandstein. Der Untertagebau kleiner Lagerstätten erfordert einen völlig anderen Aufwand als der Tagebau in Südeuropa und Übersee – entsprechend muss in höheren Preisregionen verkauft werden. Ein weiteres Problem sind Tagesbrüche, Absenkungen an der Erdoberfläche durch einstürzende Stollen; sie traten 1976 und 1990 auf.

Fredeburger Schiefer im Innenraum

Mit seiner gleichmäßigen Farbe und feinen Struktur passt der Fredeburger Schiefer hervorragend zur Innenarchitektur, die weiße Wände mit ausdrucksstarken Böden kombiniert. Auch haptisch ist er ein Erlebnis: Der Fuß erfühlt immer wieder neue Formen und Strukturen. Sein hoher Preis steht einer breiteren Verbreitung im Weg – er sollte aber vor allem in öffentlichen Gebäuden stärker Verwendung finden.

Portugal · Becken von Valongo bei Porto

Porto Schiefer

Gesteinsart: Blaugrauer bis schwarzer Tonschiefer des Ordoviziums (Muskovit-Serizit-Schiefer)

Synonyme: Ardoise de Valongo, Lousa de Valongo, Valongo-Schiefer, Portugiesischer Schiefer

Rohdichte (DIN 52 102)
2,6–2,81 kg/dm³
Biegezugfestigkeit (DIN 52 112)
49–57,1 N/mm²
Druckfestigkeit
48,5–64,4 N/mm²
Wasseraufnahme (DIN 52 103)
0,45 Gew.-%

Einsatzgebiete: Dekorstein, Schieferplatten für Wand und Boden, Dachschiefer; großformatige Werkstücke wie Küchenarbeitsplatten und Treppen möglich.

Porto-Schiefer in der deutschen Architektur

Sein Siegeszug in Deutschland begann mit der Bauhaus-Bewegung: Die geraden Linien und Formen verlangten nach einem ausdrucksstarken optischen Fundament – der Porto-Schiefer lieferte es mit seinem satten Anthrazitton und der markanten Struktur. In den 1970er-Jahren, als der Bungalow seinen Siegeszug antrat, erlebten Porto-Schieferplatten im Innen- und Außenbereich eine enorme Popularität. Nach einer ruhigeren Phase in den späten 1980er- und 1990er-Jahren erlebt er heute seine dritte Blüte.

Der Porto-Schiefer polarisiert: Die einen lieben ihn, die anderen können sich nicht vorstellen, einen so rustikalen Boden pflegen zu müssen. Entscheidend ist die Oberflächenstruktur – am Markt finden sich Platten mit ausgeprägt starken Spaltabsätzen und „Knoten“ ebenso wie Böden mit eher „gekämmter“ Struktur, deren Besitzer die Pflegeleichtigkeit ihrer Böden loben. In Gebäuden mit Publikumsverkehr direkt von der Straße ist die Unterhaltungspflege anspruchsvoll, da die Struktur bei maschineller Reinigung leicht zu Schmutzverkrustungen in den Vertiefungen führt – hier ist besondere Sorgfalt bei der Auswahl der Reinigungsmaschine nötig.

Herkunft und Einsatz im Außenbereich

Abgebaut wird der Porto-Schiefer östlich der Stadt Porto im Becken von Valongo – daher auch der Name Valongo-Schiefer. Der Tagebau-Schiefer stammt aus dem Ordovizium und ist damit rund 350 bis 400 Millionen Jahre alt. Als Tonschiefer besitzt er eine homogene Struktur, lässt sich leicht spalten und auch großformatig gewinnen. Gefertigt wird er in Stärken von 1–4 cm, beidseitig spaltrauh, kalibriert oder gehobelt. Er ist nur bedingt frostbeständig und darf auf keinen Fall stehender Nässe ausgesetzt sein: Die Seitenflächen müssen verfugt sein, oder das Wasser muss frei zwischen den Platten nach unten ablaufen und unter den Platten in einer Drainageschicht abgeführt werden.

Italien · Val Fontanabuona (Ligurien, Apennin)

Ligurischer Schiefer

Gesteinsart: Schwarzgrauer bis tiefschwarzer Tonschiefer aus dem Eozän, schwach metamorph überprägt, mit hohem Carbonatanteil (bis 20 %)

Synonyme: Ardesia Fontanabuona, Genua-Schiefer, Italienischer Schiefer, Original Italian Slate

Rohdichte (DIN 52 102)
2,72 kg/dm³
Biegezugfestigkeit (DIN 52 112)
56,9 N/mm²
Druckfestigkeit
130–146 N/mm²
Wasseraufnahme (DIN 52 103)
1,1 Vol.-%
Abriebsfestigkeit
8,8 mm (nach Amsler)

Einsatzgebiete: Dekorstein, Schieferplatten für Wand und Boden, Billardtische, Treppen; in der Abbauregion seit dem 12. Jahrhundert als Dachschiefer.

Historie und heutige Verwendung

Der ligurische Schiefer wird bereits seit der Bronzezeit im Hausbau verwendet; seit dem 12. Jahrhundert dient er in seiner Abbauregion auch als Dachschiefer. Seine besonders leichte Spaltbarkeit hat zu seiner frühen Verbreitung beigetragen. Im Innenausbau wird seine fein strukturierte Oberfläche sehr geschätzt.

Säureempfindlich und ausbleichend

Nachteilig ist der hohe Carbonatgehalt: Der Stein reagiert empfindlich auf Säuren und saure Umwelteinflüsse. Zwar gilt er als frostbeständig, neigt aber unter Witterungseinflüssen zum Ausbleichen und ist in Deutschland im Freien deshalb kaum anzutreffen. Auch hier verlegte Böden werden im Laufe der Jahre heller; dem kann man mit einer geeigneten Oberflächenbehandlung direkt nach der Verlegung oder mit pigmentierten Ölen begegnen. Die frühere Methode, die Oberfläche mit schwarz pigmentierten Fluor-Verbindungen zu härten und farblich aufzufrischen, ist wegen der Gesundheitsschäden der verarbeitenden Handwerker mittlerweile verboten.

Deutschland · Theuma bei Plauen (Vogtland, Sachsen)

Theumaer Fruchtschiefer

Gesteinsart: Spaltbarer, anthrazitgrauer Phyllit (Fruchtschiefer) des Silurs mit eingelagertem Cordierit

Synonyme: Theuma, Theumaer Naturschiefer, Theumaer Schiefer, Quarzschiefer

Rohdichte (DIN 52 102)
2,74 kg/dm³
Biegezugfestigkeit (DIN 52 112)
25,7–28,7 N/mm²
Druckfestigkeit
195 N/mm²
Wasseraufnahme (DIN 52 103)
0,54 Gew.-% · 1,47 Vol.-%
Abriebsfestigkeit
40,8 cm³ / 50 cm²

Einsatzgebiete: Schieferplatten (spaltrauh, geschliffen, diamantgeschliffen, gestockt, geflammt, gestrahlt), Garten- und Landschaftsbau, Arbeits- und Tischplatten, Treppen.

Namensgeber Cordierit

Seinen Namen trägt der Fruchtschiefer vom Cordierit, das sich bei der Umwandlung von Tonschiefer in Gegenwart eines Granit-Einschlusses bei niedrigem Druck und Temperaturen um 500 °C bildet. Das Cordierit kann bis zur Größe von Getreidekörnern anwachsen und ist namensgebend. Fruchtschiefer gibt es in Deutschland im Harz, im Erzgebirge, im Odenwald und vor allem im Vogtland – dort liegen die bekannten Lagerstätten Theuma und Tirpersdorf.

Lange Tradition im Vogtland

Bereits im Mittelalter wurde der Stein in Theuma als Baumaterial verwendet; ein Zeitzeugnis sind die Fruchtschiefer-Platten in der Gruft der Johanneskirche von Plauen aus dem 14. Jahrhundert. Mitte des 19. Jahrhunderts gewann der Abbau an Bedeutung – die Bauern der Umgebung fanden in den arbeitsarmen Wintermonaten ein zusätzliches Auskommen. 1899 wurde die Firma „Theumaer Plattenbrüche“ gegründet. Während der Abbau zunächst in einem Kessel erfolgte, der nur über Leitern zugänglich war, ist der Steinbruch heute über Fahrstraßen zu den Abbau-Terrassen erschlossen. Der Stein wird im Bohr- und Sprengverfahren zu Blöcken von 3–12 Tonnen gelöst und in modernen Anlagen weiterverarbeitet.

Vielseitig – innen und außen

Der Theumaer Schiefer ist bekannt für seine blaugraue Farbe, den silbrigen Glanz und schwarze Einlagerungen; unverwechselbar machen ihn die Cordierit-Einschlüsse. Er ist mit vielen Oberflächen erhältlich – gespalten, gesägt, geflammt, gebürstet, geschliffen – und lässt sich zu Treppen, Platten, Verblendungen, Mauersteinen und Stelen verarbeiten, ebenso zu Sonderarbeiten wie Grabsteinen und Arbeitsplatten. Besonders frostbeständig und widerstandsfähig gegen Tausalze, eignet er sich auch für den Garten- und Landschaftsbau, etwa für Stelen, Sichtschutzelemente und Grundstücksbegrenzungen.

Deutschland · Geroldsgrün (Frankenwald, Bayern)

Lotharheil Schiefer

Gesteinsart: Spaltbarer, tiefschwarzer Tonschiefer des Unterkarbons

Synonyme: Frankenwaldschiefer, Lotharheil

Rohdichte (DIN 52 102)
2,8 kg/dm³

Einsatzgebiete: Schieferplatten für Wand und Boden, Dekorstein, Garten- und Landschaftsbau, Arbeits- und Tischplatten, Treppen.

Entstehung

Vor rund 330 bis 360 Millionen Jahren lagerten sich in einem Meer, das sich über das Gebiet des heutigen Frankenwaldes erstreckte, Quarzsand und Ton in großer Tiefe ab. Als sich im Oberkarbon ein Gebirge auffaltete, entstanden unter Druck und Temperatur das Thüringische Schiefergebirge – über den südöstlichen Thüringer Wald und den nordwestlichen Frankenwald reichend – und der heutige Schiefer. Die Tonschieferschicht des Bergwerks Lotharheil ist 14–20 Meter mächtig; durch die Auffaltung liegen die Gesteinsschichten schräg im Berg. Der Stein ist dunkelblaugrau bis tiefschwarz und besteht unter anderem aus Serizit, Chlorit und einem hohen Quarzanteil sowie kohligen Bestandteilen, deren Anteil maßgeblich den Farbton bestimmt.

Eigenschaften

Der Lotharheiler Schiefer ist auf Grund seines hohen Quarzanteils besonders abriebsfest, durch geringe Wasseraufnahme frostbeständig, hitzebeständig bis 300 °C, farbbeständig sowie säure- und laugenbeständig.

Das Bergwerk gestern und heute

Begründer des Bergwerks war Reichsrat Lothar Freiherr von Faber, der 1857 die Abbaurechte erwarb, um Schiefer für Schreibtafeln zu produzieren. Wegen seiner großen Härte erwies sich der Stein dafür als ungeeignet; 1895 verkaufte Faber das Bergwerk. Seit 1905 ist es im Besitz der Familie Teichmann und heute das einzige Schieferbergwerk Bayerns, das noch in Betrieb ist. Der ursprüngliche Stollen ist nur 170 cm hoch und 500 m lang; der Abbau erfolgt durch Sprengen, der Abtransport mit einer der letzten Feldbahnen Bayerns. Ein zusätzlicher Stollen erlaubt inzwischen die Befahrung mit LKW. Bis Ende der 1960er-Jahre wurde auch Dachschiefer erzeugt; heute konzentriert man sich auf Schieferplatten, Arbeitsplatten, Treppen und Elemente für den Garten- und Landschaftsbau.

Deutschland · Korlingen bei Trier (Rheinland-Pfalz)

Korlinger Schiefer

Gesteinsart: Dichter, schwarzer, paläozoischer oder mesozoischer Tonschiefer

Synonyme: Korlinger

Einsatzgebiete: Abdeckplatten für Mauerwerk, Format- und Polygonalplatten im Garten- und Landschaftsbau, Dekorstein, Schiefersplitt und -chips.

Ein Stein mit langer Tradition

1717 wurde der Abbau dieses Schiefers erstmals urkundlich erwähnt; die Archäologie kennt zahlreiche Belege dafür, dass bereits die Römer ihn für ihre Bauten verwendeten. Seit über 50 Jahren wird er im Tagebau abgebaut.

Der Korlinger Schiefer besteht aus millimeterdünnen grauen Schichten aus Quarz, Feldspat und Calcit sowie schwarzen Schichten aus Silikaten – mit sehr unterschiedlichen Spaltfähigkeiten. Er eignet sich eher für gröbere Produkte: Abdeckplatten für Mauern, Gehwegplatten, Mauersteine und Knacksteine. Die Palette wird ergänzt durch Schiefersplitt und Schieferchips zur Abdeckung von Anpflanzungen und als Schutz vor Unkräutern.

Norwegen

Kvemo Skifer

Gesteinsart: Spaltbarer, dunkelgrauer Granat-Glimmerschiefer mit hohem Quarzgehalt

Synonyme: Kvemo Schiefer, Opdal Schiefer, Opdal Skifer

Rohdichte (DIN 52 102)
2,82 kg/dm³
Druckfestigkeit
191,4 N/mm²
Biegezugfestigkeit
29,9 N/mm²

Einsatzgebiete: Schieferplatten für Wand und Boden, Dekorstein, Garten- und Landschaftsbau, Arbeits- und Tischplatten, Treppen.

Rauer Stein aus dem hohen Norden

Die bis zu 2 Millimeter großen Granateinschlüsse treten aus der Oberfläche hervor und geben dem Kvemo Skifer eine raue Haptik. Wird der Stein poliert, verändert sich seine Farbe ins Silbergraue und er bekommt eine optische Tiefenwirkung. Er ist frostbeständig und wird im Innen- und Außenbereich für Wand- und Bodenbeläge, als Dekorstein und im Garten- und Landschaftsbau eingesetzt.

Norwegen · Oppdal (Sør-Trøndelag)

Oppdal

Gesteinsart: Gut spaltbarer, grauer Quarzit (Glimmerquarzit) mit Quarzanteil bis 85 %

Synonyme: Oppdal Schiefer, Oppdal Quarzit, Oppdalskifer

Rohdichte (DIN 52 102)
2,65–2,73 kg/dm³
Biegezugfestigkeit
25,2–47 N/mm²
Druckfestigkeit
175–260 N/mm²
Wasseraufnahme
0,25 Gew.-%
Abriebsfestigkeit
2–2,7 mm (nach Amsler)

Einsatzgebiete: Schieferplatten für Wand und Boden, Dekorstein, Garten- und Landschaftsbau, Arbeits- und Tischplatten, Treppen.

Der harte Stein aus Norwegen

Seit Jahrhunderten wird dieser Stein in seiner Heimatregion als Baumaterial verwendet; seit 1917 wird er überregional angeboten. Er überzeugt durch seine große Härte, seine Frost- und Säurebeständigkeit und seine grau-silbrig-metallische Oberfläche. Poliert hält er die Politur sehr lange und bekommt eine optische Tiefenwirkung. Hauptsächlich wird er als Schieferplatte in der Innenausstattung eingesetzt, überzeugt aber auch als Dekorstein und Arbeitsplatte mit seinem edlen Aussehen.

Norwegen · Otta (Gudbrandsdalen, Oppland)

Otta-Phyllit

Gesteinsart: Schwarzer Phyllit aus dem Silur mit silbergrauem Schimmer

Synonyme: Otta-Schiefer, Ottaskifer, Otta Slate, Otta Phyllit Pillaguri

Einsatzgebiete: Schieferplatten für Wand und Boden, Treppen, Fensterbänke, Sockelverkleidungen, Dachschiefer, Dekorstein, Garten- und Landschaftsbau.

Glimmerschiefer aus dem Norden

In der Nähe des kleinen norwegischen Ortes Otta wird der gut spaltbare Glimmerschiefer abgebaut. Sein besonders hoher Quarzanteil zwischen 65 und 70 % verleiht ihm hohe Dichte und Festigkeit. Der Stein entstand bereits vor rund 460 Millionen Jahren und besitzt eine anthrazitgraue bis blauschwarze Farbe mit silbergrauem Schimmer – sowie längliche, perlenartige Einschlüsse aus schwarzem Aktinolith und bis zu 3 Millimeter große, dunkelrote Granate aus feinkörnigem Quarz und Biotit.

Aus dem Stein werden Schieferplatten für Böden und Wände hergestellt; auf Grund seiner Frostbeständigkeit eignet er sich auch für den Außenbereich. Daneben wird er zu Treppen, Fensterbänken, Haussockelverkleidungen und sogar als Dachschiefer verarbeitet. Die Oberfläche kann naturgespalten, gebürstet, geschliffen oder poliert sein. Die Bezeichnung „Otta Phyllit Pillaguri“ bezieht sich auf die Fundstelle am Berg Pillarguri.

Blick in einen brasilianischen Schiefersteinbruch mit freigelegten Gesteinsschichten

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